Winterwelt - Fichtenstämme für den Garten
- Michael

- 15. Dez. 2021
- 2 Min. Lesezeit

Es ist Winter geworden. Schwer hängt der Schnee in den Bäumen und bedeckt mit seiner weissen Pracht die Wiesen. Die Wälder sehen aus wie verzaubert. Die Kälte hat sie zum Erstarren gebracht. Draussen ist es ruhig geworden. Nur das Pfeifen des Windes und das Rauschen des Waldes ist zu hören. Selbst die viel befahrene Grabenstrasse nach Zofingen gibt nunmehr keinen Laut von sich. Sie ist ganz und gar unter dem weissen Mantel verschwunden.
Die wenigen Häuser hier bei uns im Graben sind für kurze Zeit abgeschnitten von der Aussenwelt. Aus den Kaminen steigt Rauch auf. Der Geruch nach verbranntem Holz liegt in der Luft. Holz, welches die letzten Jahre in den Wäldern gewachsen ist und nun in den Stuben für wohlige Wärme sorgt. Genau so, wie es schon immer wahr, seit Menschen hier leben. Der Winter bringt eine kurze Zeit der Ruhe in einer hektischen Welt. Pflanzen, Tiere und Menschen kommen zur Ruhe. Wenn auch nicht alle Menschen, dann doch jene, welche noch den Kreislauf der Natur spüren. Der Rhythmus der Natur schwingt in jedem Lebewesen wieder, auch in uns Menschen.

Der Winter markiert das Ende einer Vegetationsperiode und gleichzeitig den Anfang einer Neuen. Der Boden darf für einige Zeit ruhen. Die Kräfte der Natur haben sich zurückgezogen und werden erst wieder ausbrechen, wenn die Sonne sie ruft.
Im Garten gibt es nun nicht mehr viel zu tun. Über die Wintermonate habe ich mir vorgenommen viele Fichtenstämme aus den Wäldern zu holen. Diese lassen sich wunderbar als Beetumrandungen und zum Aufbauen von Draht-Spalieren für die Beerensträucher nutzen. Ganz ohne weitere Hilfsmittel als eine Handsäge und eine Axt ist diese Arbeit ganz schön anstrengend. Nicht unbedingt das Fällen der abgestorbenen Fichtenstämme. Vielmehr der Transport zurück zum Haus der teilweise bis zu 20 Meter langen Stämme.

Für diese Arbeit wäre ein Pferd sehr nützlich. Die Pferde des Nachbarn freuen sich währenddessen über den Wintereinbruch mindestens so sehr, wie ich. Übermütig wälzen sie sich im Schnee und haben ganz vergessen, dass sie eigentlich auch nicht mehr die Jüngsten sind.

Ohne ein eigenes Pferd bleibt mir nichts anderes übrig, als jeden einzelnen Baum nach Hause zu tragen. So schaffe ich rund fünf Bäume an einem Nachmittag, was aber ganz in Ordnung ist. Ich arbeite gerne draussen und gerade im Winter darf es auch etwas langsamer gehen. Rund zwanzig Stämme würde ich brauchen um die Beete zu umranden und den Draht-Spalier aufzustellen.
Sobald die Sonne untergeht ist es Zeit in die warme Stube zurück zu kehren. Die Glut im Ofen ist noch heiss. Das Holz des Nussbaumes, welcher Jahrzehnte vor dem Haus gestanden hat, fängt schnell Feuer und spendet wohltuende Wärme. Der stolze Nussbaum musste gefällt werden, da er auf einer Seite faul geworden war und drohte auf die Strasse zu fahlen. Auf die Strasse, durch deren Instandsetzung er vermutlich so stark an den Wurzeln verletzt wurde, dass er sich nicht mehr erholen konnte. Sein Holz wird uns nun den ganzen Winter wärmen und seine Asche das Gemüse düngen, welches wir im nächsten Jahr essen werden.

























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